Nachlese: Bestäuber im Fokus bei der Tagung „Es lebe die Vielfalt – zukunftsfähige Agrarlebensräume für Bestäuber“ am 20.05.2026
Die Tagung unterstrich, dass Biodiversität nur im Zusammenspiel von Landwirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft erhalten werden kann. Eine zentrale Botschaft war: Vielfalt braucht Kooperation, Verständnis und gezielte Maßnahmen.
Eine Veranstaltung des Bienenzentrum OÖ in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Zukunftsraum Land und der Biene Österreich.
Auftakt: Kooperation als Schlüssel für Biodiversität
Die Tagung zeigte, wie eng Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Gesellschaft miteinander verbunden sind, wenn es um den Erhalt der Biodiversität geht.
Bereits in der Begrüßung betonte die oberösterreichische Landtagsabgeordnete Regina Aspalter, dass jeder Haushalt - ob Balkon oder Garten - einen Beitrag leisten kann. Auch ein bewusster Konsum saisonaler Produkte spielt eine wichtige Rolle. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies auf die hohe Beteiligung am ÖPUL und die große Bedeutung der Maßnahmen UBB und Bio für Biodiversität, Boden- und Gewässerschutz. Sophia Glanz, Leiterin des Netzwerk Zukunftsraum Land, hob hervor, dass gegenseitiges Verständnis vor allem durch aktiven Austausch und Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft entstehen kann.
Bereits in der Begrüßung betonte die oberösterreichische Landtagsabgeordnete Regina Aspalter, dass jeder Haushalt - ob Balkon oder Garten - einen Beitrag leisten kann. Auch ein bewusster Konsum saisonaler Produkte spielt eine wichtige Rolle. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies auf die hohe Beteiligung am ÖPUL und die große Bedeutung der Maßnahmen UBB und Bio für Biodiversität, Boden- und Gewässerschutz. Sophia Glanz, Leiterin des Netzwerk Zukunftsraum Land, hob hervor, dass gegenseitiges Verständnis vor allem durch aktiven Austausch und Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft entstehen kann.
Die unverzichtbare Rolle der Bestäuber in der Landschaft
Im wissenschaftlichen Teil der Tagung zeigte Carmen Nebauer, TU München, in ihrer Keynote die enorme Vielfalt der Bestäuber auf. Während Honigbienen häufig im Fokus stehen, sind 99 % aller Bienenarten solitär lebend und besonders auf geeignete Lebensräume angewiesen. Neben Bienen tragen auch Schmetterlinge, Wespen, Käfer, Schwebfliegen und in anderen Regionen sogar Fledermäuse oder Echsen wesentlich zur Bestäubungsleistung bei. Rund 75 % aller Kulturpflanzen und 88 % aller Blütenpflanzen sind auf tierische Bestäubung angewiesen.
Nebauer zeigte, dass unterschiedliche Bestäuber unterschiedliche Pflanzen bestäuben können. Wichtig sind dabei u.a. die Vibrationsfrequenzen der Insektenkörper, mit denen selbige Pollen aus den Blüten lösen können. Auch Faktoren wie Zungenlänge oder Blütengröße spielen eine entscheidende Rolle.
Studien zeigen, dass eine größere Vielfalt an Bestäubern auch höhere Erträge bringen kann. Gleichzeitig ist der Rückgang an Insekten - insbesondere in strukturarmen Agrarlandschaften - besorgniserregend. Entscheidend sind daher strukturreiche Landschaften mit Blühangeboten und Vernetzungselementen wie Hecken oder Agroforstflächen. Nebauer betonte außerdem, dass Bestäuber nicht nur einzelne Pflanzen, sondern eine große Vielfalt an Blühpflanzen benötigen. Wichtig sind zudem frühe Blühangebote im Frühjahr, offene Bodenstellen für bodennistende Wildbienen und ein reduzierte Schnitthäufigkeit.
Nebauer zeigte, dass unterschiedliche Bestäuber unterschiedliche Pflanzen bestäuben können. Wichtig sind dabei u.a. die Vibrationsfrequenzen der Insektenkörper, mit denen selbige Pollen aus den Blüten lösen können. Auch Faktoren wie Zungenlänge oder Blütengröße spielen eine entscheidende Rolle.
Studien zeigen, dass eine größere Vielfalt an Bestäubern auch höhere Erträge bringen kann. Gleichzeitig ist der Rückgang an Insekten - insbesondere in strukturarmen Agrarlandschaften - besorgniserregend. Entscheidend sind daher strukturreiche Landschaften mit Blühangeboten und Vernetzungselementen wie Hecken oder Agroforstflächen. Nebauer betonte außerdem, dass Bestäuber nicht nur einzelne Pflanzen, sondern eine große Vielfalt an Blühpflanzen benötigen. Wichtig sind zudem frühe Blühangebote im Frühjahr, offene Bodenstellen für bodennistende Wildbienen und ein reduzierte Schnitthäufigkeit.
Praxisergebnisse aus den bisherigen Wildbienenmonitorings des Bienenzentrum OÖ
Der Entomologe Jonathan Schwarz präsentierte Forschungsergebnisse zu Blühflächen und Wildbienen. Demnach steigt die Vielfalt der Bienenarten insbesondere ab dem 2. Blütenjahr bzw. Bewirtschaftungsjahr deutlich an. Ausschlaggebend ist ein vielfältiges Blütenangebot. Da Blühflächen nach etwa drei Jahren häufig vergrasen, sollten sie regelmäßig erneuert werden. Besonders geeignet sind regionale Saatgutmischungen mit heimischen Arten. Mulchen wirkt nachteilig, da es Nährstoffe auf der Fläche belässt und offene Bodenstellen schließt. Landschaftselemente wie Waldränder, Böschungen oder Feldraine sind essenziell, da sie Nistmöglichkeiten bieten. Außerdem wurden erstmals zwei wärmeliebende Wildbienenarten in Oberösterreich nachgewiesen – ein Hinweis auf klimatische Veränderungen.
Bienen und Zwischenfrüchte – ein gutes Zusammenspiel
Patrick Falkensteiner, Boden.Wasser.Schutz.Beratung OÖ, widmete sich der Bedeutung blühender Zwischenfrüchte für Bienen. Versuche mit unterschiedlichen Aussaatmethoden, einschließlich Drohnensaat, zeigten, dass früh angelegte Zwischenfrüchte besonders wertvoll für Biomasseentwicklung und Blühdauer sind. Bereits vier bis fünf Wochen nach der Aussaat setzte die Blüte ein.
Besonders attraktiv waren Buchweizen, Kreuzblütler, Phacelia und Kleearten. Untersuchungen gemeinsam mit Imkern anhand der Polleneinträge bestätigten, dass diese Flächen intensiv von Bienen genutzt werden. Auch hier zeigt sich: Landschaftsstruktur und abgestimmte Saatgutmischungen sind entscheidend für den Erfolg.
Besonders attraktiv waren Buchweizen, Kreuzblütler, Phacelia und Kleearten. Untersuchungen gemeinsam mit Imkern anhand der Polleneinträge bestätigten, dass diese Flächen intensiv von Bienen genutzt werden. Auch hier zeigt sich: Landschaftsstruktur und abgestimmte Saatgutmischungen sind entscheidend für den Erfolg.
Die Wirkung von ÖPUL-Maßnahmen auf Bestäuber – erste Ergebnisse des österreichweiten Wildbienenmonitorings
Sabine Schoder, Universität für Bodenkultur, präsentierte Ergebnisse eines österreichweiten Wildbienenmonitorings mit rund 200 Standorten. Untersucht werden die Auswirkungen von ÖPUL-Maßnahmen auf Wildbienen.
Als besonders wertvoll erwiesen sich Feld- und Wegraine, extensive Wiesen, Hochstaudenfluren, Waldränder sowie andere Übergangsbereiche. Neben Nahrung benötigen Wildbienen vielfältige Nistmöglichkeiten, etwa im Boden, in Totholz oder Pflanzenstängeln. Erste Ergebnisse zeigen positive Effekte biodiversitätsfördernder Maßnahmen – vor allem in intensiv genutzten Ackerlandschaften.
Als besonders wertvoll erwiesen sich Feld- und Wegraine, extensive Wiesen, Hochstaudenfluren, Waldränder sowie andere Übergangsbereiche. Neben Nahrung benötigen Wildbienen vielfältige Nistmöglichkeiten, etwa im Boden, in Totholz oder Pflanzenstängeln. Erste Ergebnisse zeigen positive Effekte biodiversitätsfördernder Maßnahmen – vor allem in intensiv genutzten Ackerlandschaften.
Podiumsdiskussion: Gemeinsame Lösungen für Biodiversität und Landwirtschaft
In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger, Christine Hörlezeder, Vertreterin des BMLUK, Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes, und Matthias Kopetzky, Vertreter des Österreichischer Erwerbsimkerbunds über die zukünftige Ausgestaltung der Agrarpolitik und der Renaturierungsverordnung.
Ein zentrales Ergebnis: Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es braucht gemeinsame praxisnahe Lösungen aus Landwirtschaft und Naturschutz. Zudem wurde betont, dass Anreizsysteme wirksamer sind als starre Vorgaben. Regional angepasste Maßnahmen sowie strukturreiche Landschaften gelten als Schlüssel um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele miteinander verbinden zu können und dementsprechend für die erfolgreiche Weiterentwicklung des ÖPUL.
Ein zentrales Ergebnis: Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es braucht gemeinsame praxisnahe Lösungen aus Landwirtschaft und Naturschutz. Zudem wurde betont, dass Anreizsysteme wirksamer sind als starre Vorgaben. Regional angepasste Maßnahmen sowie strukturreiche Landschaften gelten als Schlüssel um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele miteinander verbinden zu können und dementsprechend für die erfolgreiche Weiterentwicklung des ÖPUL.
Exkursion: Ein erfolgreicher Betrieb lebt Biodiversität
Bei der Exkursion am Nachmittag schließlich beeindruckte Landwirt und Biodiversitätsbotschafter 2025 Johann Schauer, mit einer Vielzahl an bestäuberfreundlichen Maßnahmen auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb, darunter ein Teich, Hecken, Blühflächen, Bäume, Totholz, uvm., fachlichem Know-How und jahrelanger Erfahrung. Sein Betrieb trägt somit direkt zur Förderung von Blühpflanzen und Insekten bei.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für die gelungene Veranstaltung und Diskussionen.
Alle Präsentationen sind auf der Homepage des Netzwerk Zukunftsraum Land nachzulesen.